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Chronik  ---  125 Jahre Köglspergerhaus  ---  60 Jahre Kur-Apotheke

Die Geschichte dieses Hauses beginnt im Jahre 1882...

 

Vor 200 Jahren standen auf dem Grundstück in der Bahnhofstraße, die damals noch „Am Gries“ hieß, zwei Häuser mit den Hausnamen „Beim Zinsberger am Gries“ (Aibling Nr. 70) und „Beim Tagwerker Reiter“, später „Beim Lotto-Maurer“ (Aibling Nr. 71).

Die Geschichte des jetzigen Hauses beginnt im Jahre 1882. Damals kam der Lehrer Max Schwab aus Schwindegg (ehedem Bezirk Neumarkt-St. Veit, heute Landkreis Mühldorf am Inn) nach seiner Pensionierung nach Aibling.

Max Schwab war als Lehrer 1843–1858 in Wörth (Gemeinde Schwindegg) und 1858–1881 im benachbarten Ranoldsberg (Gemeinde Buchbach) tätig gewesen. Seine Tochter Elise hatte gerade den Aiblinger Kistlersohn Max Kögelsperger aus der Kistlerei an der Ecke Am Bichl/Münchner Straße geheiratet.

Kaufvertrag NachrufMax Schwab kaufte am 2. Mai 1882 von Katharina Steffl, der Tochter des Lotto-Maurers Emmeran Reiter das Anwesen in der Bahnhofstraße, ließ die alten Handwerkerhäuser abreißen und mit dem Bau eines stattlichen Bürgerhauses im Heimatstil beginnen (Bild 1 Kaufvertrag).

Am 2. September 1889 überschrieb er das Anwesen seiner Tochter Elise. Er verstarb am 10. Februar 1894 in Aibling (Bild 2, Nachruf im Mangfall-Boten).



Bauantrag vom 22.12.1889Köglspergerhaus 1900–1910Im Jahre 1899 wurde die Werkstatt für Max Kögelsperger angebaut, im Erdgeschoß war sein Möbelladen, und oben wohnte die Familie. Bild 3 zeigt einen Ausschnitt aus dem Bauantrag vom 22. Dezember 1898. Außerdem kamen ein Waschhaus und ein Brunnen im Hof dazu. Auf Bild 4 sehen wir das fertige Gebäude zwischen 1900 und 1910, auf der Terrasse und dem Balkon sind Familienmitglieder zu erkennen.


 


Köglspergerhaus 1910Familie Kögelsperger 1910Bild 5 zeigt das Haus im Sommer 1910 mit den Bewohnern und einigen Schreinergesellen, Bild 6 einen Ausschnitt mit den Hausbesitzern Max und Elise Kögelsperger und ihrer jüngsten Tochter Auguste.

Nach dem Tod Max Kögelspergers im Oktober 1910 führte Elise das Geschäft zusammen mit ihrem Sohn Wilhelm weiter.

 

Wilhelm Köglsperger in seiner WerkstattSeine Lehrlinge in den 50er-JahrenSeine Arbeiten als Kunstschreiner, Bildschnitzer und Restaurator im Aiblinger Amtsgericht und in den Aiblinger Kirchen sowie die drei Altäre in der Dorfkirche von Wildenwart im Chiemgau machten ihn über die Stadt hinaus bekannt. Bild 7 zeigt Wilhelm Köglsperger und Bild 8 seine Lehrlinge in der Werkstatt. Für die Mitarbeit bei der Wiederinstandsetzung des Cuivilliés-Theaters in München, das als Deutschlands bedeutendstes Rokokotheater gilt, erhielt er sogar die Bundesverdienstmedallie.

 

Selbstportrait Leo von Welden50. Geburtstag von Leo WeldenIn der Nachkriegszeit lebte für einige Jahre auch der aus dem zerbombten München zugezogene Kunstmaler Leo von Welden im Köglspergerhaus. Er war ein Mitbegründer des Aiblinger Kunstvereins. Auf Bild 9 ist sein Selbstportrait zu sehen und auf Bild 10 ein Artikel aus dem Mangfall-Boten von 1949.

 


Bauplan von 1949Köglspergerhaus  in den 50er-JahrenIm Alter von 62 Jahren, 1949, vermietete Wilhelm Köglsperger seine Arbeitsräume. So konnte Apotheker Leopold Weinbuch vor genau 60 Jahren,  am 17. Dezember 1949, in der ehemaligen Werkstatt die Kur-Apotheke Bad Aibling gründen. Bild 11 zeigt einen Ausschnitt aus dem Bauplan. In den Möbelladen war schon vorher das Textilgeschäft Kreutzberger gezogen (Bild 12 in den 50er Jahren).

 


Köglspergerhaus 1970Apotheker Klingner Köglspergerhaus in den 80er-JahrenAls das Textilgeschäft 1970 schloss (Bild 13), erweiterte der damalige Apotheker Joachim Klingner die Apotheke auf die gesamte Fläche und modernisierte die Fassade (Bild 15). Bild 14 zeigt Herrn Klingner stolz in seinen neu eingerichteten Räumen.

 


Pius Högg 1992 mit EhefrauTeamfoto 199850 Jahre Kur-Apotheke 17.12.1999Nach Klingners Pensionierung betrieb ab 1992 Pius Högg(Bild 16) und nach dessen frühem Tod 1996 Dr. Günter Fleischmann die Apotheke in Mieträumen weiter (Bild 17 von 1998). Am 17. Dezember 1999 wurde 50 Jahre Kur-Apotheke gefeiert und ein Ginkgobaum gepflanzt (Bild 18).

 



Totalsanierung des RückgebäudesTreppe Erst als 2006 der Kauf des Anwesens einschließlich marodem Hinterhaus möglich wurde, konnte Familie Fleischmann mit einer Totalsanierung und -renovierung beginnen (Bilder 19–21).

 

 



Die BaustelleStephan und Sigrun OhmDie Arbeiten wurden geplant und geleitet vom Architektenehepaar Stephan und Sigrun Ohm (Bild 22), vielen bekannt durch ihr Feingespür für die Renovierung historischer Gebäude, beispielsweise Ballhaus Rosenheim oder Kindergarten am Kellerberg in Bad Aibling. Sogar ein Restaurator, Wolfgang Lauber, wurde hinzugezogen, um dem Haus soweit wie möglich sein ursprüngliches Aussehen zurückzugeben.



Fassadenpreis 2009Fertige Fassade 2009Alle Beteiligten freuen sich, dass im Jubiläumsjahr ---  60 Jahre Kur-Apotheke --- diesem Haus durch den Fassadenpreis der Stadt Bad Aibling eine besondere Auszeichnung zuteil wird (Bild 23 und 24).


 

 

RückansichtFassade und PraxisräumeFassadeDie Bilder 25–27 zeigen die gelungene Verbindung von alt und neu.

 

 

 


Herzlichen Dank für die engagierte Hilfe bei der Spurensuche an Manfred Schaulies vom Heimatmuseum Bad Aibling und Birgit Hillreiner vom Staatsarchiv München. Dank auch  an den Fotografen Ludwig Stadler für das Foto von Wilhelm Köglsperger in der Werkstatt.

 

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